Bin ich richtig?

Wer hat sich nicht schon ein Mal, zwei Mal oder gar drei Mal im Leben diese Frage gestellt? Vielleicht hast Du sie auch anders formuliert: Bin ich normal?

Nicht nur ich, sondern auch sehr viele Menschen, die ich kenne, haben sich diese Frage schon gestellt oder und stellen sie immer wieder.

Im Wort normal steckt das Wort Norm. Etwas klar Definiertes, Festgelegtes. Oftmals auch an die Mehrheit denkend – wie etwas oder jemand zu sein hat. Genau genommen widersprechen sich diese zwei Fragen, da sie diametral Entgegengesetztes bedeuten, bzw. darauf hinzielen: Einerseits Genormtes, Definiertes, Festgelegtes und andererseits ein Richtig-Sein. Da jeder Mensch ein Individuum, ganz besonders und eigen ist, kann es hier niemals eine Übereinstimmung mit einer wie auch immer lautenden Norm oder Mehrheit geben. Jeder Mensch ist ein besonderes, eigenes, einzigartiges Wesen – es gibt Dich doch kein zweites Mal!

 

(CC0) Annie Spratt/Unsplash.com

Diese Einzigartigkeit, dieses Richtig-Sein in der Einzigartigkeit, wurde uns leider in den meisten Fällen ausgetrieben oder sogar ausgeschlagen. Wer hat es als Baby, Kleinkind, Kind, Jugendliche*r erlebt, in ihren*seinen Bedürfnissen, Wünschen, Impulsen und Intuitionen unterstützt, geachtet und geliebt zu werden? Die Ursache unserer „Probleme“ und Traumata ist in vielen Fällen hier zu finden.

Bleiben wir bei der Frage: Bin ich richtig?

Ja, Du bist richtig. Du darfst Deine ganz eigenen, individuellen Gefühle und Emotionen haben. Du darfst anders denken, wahrnehmen und handeln als die Anderen. Du darfst so sein, wie Du bist – bedingungslos. Die gesellschaftliche oder familiäre Vorgabe, etwas erfüllen zu müssen oder irgendwo hinkommen zu müssen, damit Du geliebt wirst, damit Du richtig bist, darfst Du in die Tonne werfen und abbrennen. Du musst nicht auf eine bestimmte Art sein, keine Anforderungen erfüllen und nirgendwo hingelangen, um Deine Daseinsberechtigung für Dein So-Sein zu erhalten. Auch spirituelle und esoterische Kreise beteiligen sich hier leider oftmals am Fehlleiten der Menschen, wenn sie vermitteln, dass Du irgendwo hin gelangen oder etwas Bestimmtes erreichen sollst. Damit sagen und vermitteln sie indirekt, Du bist nicht richtig, so wie Du bist. Vergiss es einfach. Du hast und bist alles, was Du benötigst! Lasse Dich nicht wegbringen von Dir, Deinen Wahrnehmungen, Deinen Impulsen, Deinen Intuitionen, Deinem Körper, Deiner Seele, Deinem Geist, Deinem Herzen.

(CC0) Brooke Cagle/Unsplash.com

Was kannst Du tun?

Was kannst Du tun, falls Dir dieses Zu-Dir-Stehen, in und auf Dich vertrauen schwer fällt, bzw. aberzogen wurde? Wie kannst Du an, zu und in Deine Wahrheiten gelangen? Wie wissen, was DU wirklich willst, was Deins ist?

Atmen

Verbinde Dich mit Deinem Atem, Deinem Herz und Deinem gesamten Körper. Spüre in Deinen Körper hinein und nimm ihn, also Dich, wahr – für wahr. Versuche, so oft wie möglich in Deinen Körper hinein zu spüren und wahrzunehmen, was da gerade los ist, was er Dir sagen mag. Da wir in vielen Vorschriften, Normen, Verhaltens- und Gefühlsmustern festhängen, ist es wichtig, an unser inneres, eigenes Selbst zu kommen. An das, was wir wirklich wollen. An unsere eigenen Bedürfnisse. Spüre Deine eigenen Bedürfnisse, Deine Körperimpulse und folge ihnen! Lasse den Atem tief und ohne Pause zwischen dem Ein- und Ausatmen in Dich hinein und wieder heraus fließen. Atme phasenweise durch den offenen Mund.

Komfortzone

Wage auch mal einen Schritt hinaus aus der Komfortzone. Forsche und probiere aus. Du kannst jederzeit etwas ändern, wieder zurückgehen oder auch komplett die eingeschlagene Richtung ändern.

Selbstliebe

Versuche (wieder) in die Selbstliebe zu kommen. Liebe ist bedingungslos. Auch die Selbst-Liebe zählt hierzu! Ja, vielleicht lässt Du diesen letzten Satz im Kopf zergehen, in Deinen gesamten Körper fließen und sich ausbreiten. Dies ist wichtig, weil das in uns Hineingegebene sooo tief in unserem Körper sitzt und verankert ist, dass es durchaus Arbeit, Achtsamkeit und Bewusstheit braucht, (wieder) zu einer bedingungslosen Selbstliebe zu gelangen.

(CC0) Christopher Campbell/Unsplash.com

Schütteln

Schütteln ist etwas Gutes. Manche Tiere machen das nach Stresssituationen – wir hingegegen sitzen in der Regel vor der Glotze, dem Laptop oder am Smartphone und bewegen maximal die Finger. Es ist erlaubt, sowohl Fremdes als auch Stress abzuschütteln! Falls Dir die Selbstliebe schwerfällt, beschäftige Dich immer mehr mit Dir und Deinem Körper. Dies kann durch ein Immer-Wieder-In-Sich-Hineinspüren geschehen, verbunden mit der Frage, was möchte ich wirklich? Oder betrachte Dich im Spiegel und schätze Dich wert, berühre Dich, massiere Dich selbst oder tu Dir auf andere Weise etwas Gutes. Sorge für Dich, trage Sorge für das, was Du benötigst. Fühle Dich verantwortlich für Deine Bedürfnisse, beziehungsweise deren Befriedigung. Beim In-Den-Spiegel-Schauen könntest Du versuchen, aus einem etwaigen Schamgefühl ein Charme-gefühl entstehen zu lassen. Na, wie fühlt sich das an?

Worte

Um bei dem Spiegelbeispiel zu bleiben: Fühlt sich Charme nicht komplett anders an als Scham? Klingt und schwingt es nicht gleich komplett anders? Die verwendeten Worte können sehr kraftvoll sein!

Was kann noch unterstützen?

Versuche, Dich immer öfter in sicheren Umfeldern, geschützten Rahmen zu bewegen – mit Dir alleine oder mit Dir wohlgesonnenen Menschen. Gefühle von Liebe, Sicherheit und Geborgenheit sind gute Voraussetzungen für alles. Selbstliebe und Selbst-Vertrauen kann hin zu Selbst-Ermächtigung und echter Freiheit führen. Die Freiheit, Deine Wahrheit zu leben. Überlege, was Du tun kannst, was DU benötigst, um Dich sicher, geborgen und glücklich zu fühlen. Gehe für Dich, für Deine Bedürfnisse, stehe für DICH ein.

(CC0) Redd Angelo/Unsplash.com

Und zu guter Letzt: Sexological Bodywork Sessions können Dich in vielfacher Hinsicht auf Deinem Weg zu Dir unterstützen. Dieser Weg ist, so steinig er auch sein mag, wert, beschritten zu werden. Die Energie für das Erforschen des eigenen Selbst ist es wert! Es ist Deine Entscheidung, Deinen Weg zu gehen, auszuprobieren, zu forschen. Du kannst in jedem Moment Deines Lebens eine neue Richtung einschlagen, einen neuen Fokus setzen. Niemand sonst wird es für Dich tun. Stimme Dir zu, statt Dich abzugrenzen. Folge DEINER Bestimmung! Und das vielleicht Schönste: Du tust sowohl Dir damit Gutes, als auch der gesamten Menschheit, dem gesamten Leben auf der Erde. Je mehr Du Dich, je mehr Du das Deine lebst, je glücklicher Du bist, desto mehr können auch die anderen Menschen das Ihre leben, glücklich sein und Erfüllung finden. So können wir alle und die gesamte Erde gesunden. Es ist unser Geburtsrecht und vielleicht sogar unsere Geburtspflicht, glücklich und erfüllt zu sein, wir selbst zu sein. Der erste Schritt dorthin ist ein Sich-Richtig-Fühlen.

Viele erfüllende Erfahrungen wünsche ich Dir und uns allen,

von Herzen

Volkmar Münz

Titelbild: (CCO) Hisu lee/Unsplash.com

 

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Volkmar Münz
Volkmar Münz ist diplomierter Shiatsu Behandler und certified Sexological Bodyworker. Er gibt in diesem Bereich Sessions, Einzel–, Paar– und Gruppencoachings. Er veranstaltet Kuschelevents und gibt Workshops rund um das Thema Liebe, Liebhaberin, Liebhaber, Sexualität und Genitalmeditation. Weitere Hinweise zu Veranstaltungen und konkrete Tipps sowohl fürs Leben im Allgemeinen als auch für ein erfülltes Sexualleben findest Du auf seiner Seite: www.sonnenkunst.info

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